Material Wissenschaften

Ein Hidden Champion der Science-Szene

Wie bei der Umwelt- handelt es sich auch bei der Materialwissenschaft um ein diskretes Genre. Der Bekanntheitsgrad ist mäßig, die Berichtslage dünn.

Klar, dass man für die mediale Zurückhaltung auch Verständnis haben muss: Schließlich ist es leichter, über einen plappernden Roboter oder über eine witzige App  zu schreiben, als eine Meldung über einen Haufen Kies oder über einen Zementmischer zu verfassen.

Schlüsseldisziplinen für nachhaltige Entwicklung

Obwohl die wirtschaftlichen Potenziale der Umwelt- und Materialwissenschaften noch nicht in vollem Umfang im öffentlichen Bewusstsein angekommen sind, handelt es sich bei beiden Disziplinen um echte Entwicklungstreiber: Die Umweltwissenschaft schafft Bewusstsein für Problemlagen – die Materialwissenschaft sorgt für Lösungsinnovationen … und begleitet die Umsetzung bis zum Businessmodell.

Historischer Exkurs

Beim Blick in die Analen der Materialgeschichte lässt sich übrigens feststellen, dass die Werkstoff-Timeline nicht nur mit Errungenschaften, sondern auch mit den Irrtümern gepflastert ist.

Der eine oder andere wird sich aus der Schulzeit noch an die griechisch-römischen Antike und an die zum Bau von Kriegsflotten abgeholzten Wälder erinnern. Bodenerosion und eine verkarstete Adriaküste waren die Folge. Der vor Jahrzehnten verbaute und unter hohen Kosten zu entsorgende Asbest verfolgt auch heute noch so manchen Hausbesitzer.

Die ehemals zum Füttern von Sägewerken und Papiermühlen abgeholzten afrikanischen Wälder fehlen uns heute als Wasserspeicher und Klimaregulativ. Plastik verseucht die Ozeane und ist mit dem Fisch auf unseren Tellern längst Teil unserer Nahrung geworden. Möglicherweise hat bei der verheerenden Explosion des World Trade Centers am 11. September auch das unter bestimmten physikalischen Bedingungen leicht entzündliche Aluminium eine verhängnisvolle Rolle gespielt.

Aktuelle Bedarfslage

Sieht man übers Mittelmeer, stapeln sich auch in Afrika Plastik und Sondermüll zu unkontrolliert wachsenden Müllbergen. Mikroplastik verseucht nicht nur das  Wasser, sondern macht als Abrieb poröser Altreifen auch die städtische Bevölkerung zu unfreiwilligen Probanden einer groß angelegten Feinstaubstudie.

Der afrikanische Bauboom nimmt gerade erst Fahrt auf – das Bausand-Baggern in Lagunen und Flüssen zerstört aber vielerorts schon heute das natürliche Gleichgewicht von Gewässern und angrenzenden Uferregionen.

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Batiment en construction – Cotonou en 2018

Für den Gerüstbau kommen großteils Eukalyptus-Stämme zum Einsatz. Eukalyptus wächst zwar rasant schnell, laugt dabei aber den Boden aus und ist wegen des hohen Anteils ätherischer Öle extrem leicht entflammbar.

Die Fehler-Liste lässt sich mit Landschaftsverbrauch, Bodenversiegelung und in die Natur ausgebrachten Toxinen beliebig fortsetzen.

Materialwissenschaft gefragt

Bei den meisten dieser Problemfelder könnten materialwissenschaftliche Lösungsansätze einen positiven Beitrag leisten  – d. h., nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Positiveffekte erzielen. Dies gilt umso mehr, wenn dabei lokal verfügbare, kostengünstige Ausgangs- bzw. Residualstoffe zum Einsatz kommen.

Viele dieser dringend benötigten Material-Konzepte würden – und das ist das Besondere daran − wegen der in Deutschland fortgeschrittenen Normenkultur wohl schon an der Paragraphenhürde scheitern – in Benin können sie in Ansatz gebracht werden. An dieser Stelle platziert sich SOWUTU als kompetenter Forschungs- und Anwendungspartner!

In Benin für Deutschland forschen

Weltökonomische und weltökologische Herausforderungen stellen sich  in Benin genauso wie in Deutschland. Darum kann die deutsch-beninische Wissens-Kooperation auch für Projekte mit deutschem Anwendungsfokus Nutzen generieren.

Möglicherweise lassen sich in Benin Forschung und Machbarkeitsstudien auch zu  günstigeren Kosten- und Rahmenbedingungen als in Deutschland durchführen. Oder es können flankierend zu in Deutschland realisierten Studien Erkenntnisse gewonnen werden, die ein Problem aus einer anderen Perspektive darstellen und seine mögliche Tragweite besser einzuschätzen helfen.

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