Agrar Wissenschaften

In früheren Zeiten lag der Fokus der Agrarwissenschaften auf der Bereitstellung von Nahrungsmitteln. Solchen pflanzlichen und solchen tierischen Ursprungs. Im ausgehenden letzten Jahrhundert bekam die Nahrungsmittelerzeugung zunehmend Konkurrenz von Bio-Treibstoff und Biogas. Kurz: Sprit statt Brötchen. Diese Entwickung ging im Wesentlichen auf schwankende Rohölpreise und den Wunsch nach Steigerung des nationalen Selbstversorgungs-Anteils zurück. Heute stehen wir – getrieben von Klimawandel, Plastikflut und Ressourcenknappheit – vor einer neuen Ära bzw. Herausforderung der Landwirtschaft:

Von der Hinterbank in die Führungs-Etage

Die neue Rolle der Agrarwissenschaft besteht darin, der landwirtschaftlichen Produktion neben Nahrungsmitteln innovativ-umweltverträgliche Werkstoffe abzugewinnen und quasi im Vorübergehen den Umwelt-Negativimpact der Landwirtschaft selbst zu vermindern. Dabei ist an Boden, Wasser, Biodiversität sowie Klima zu denken. Kurz: Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Ära der Nachhaltigkeit. In diesem neuen Zeitalter könnte und sollte Afrika als junger Kontinent mit hohem landwirtschaftlichen Potenzial nicht nur präsent sein –  Subsahara könnte die Lead übernehmen!

Der neue Stern am Nachhaltigkeits-Himmel

Wie aber veraltete, ökologisch problematische Materialkonzepte wie Verpackungs-Plastik, traditionellen Beton oder gesundheitsschädliche Klebstoffe durch innovativ-nachhaltige ersetzen? Wie eine wachsenden Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgen und zugleich Biodiversität und ein nachhaltiges Ressourcen-Managment fördern? Wie den Klimawandel ausbremsen? So etwa lautet die für die gesamte Menschheit relevante Fragestellung. Und es ist die Agrarwissenschaft nebst anschlussfähigen Anwendungstechnologien, von der die Antworten kommen sollen. Anwendungsbezogene Forschung wird damit auch jenseits von Hörsaal und Campus-Mauern zum überlebenswichtigen Primat.

 

Sowutu Universite d'Abomey Calavi UAC Benin - Landwirtschaftliche Innovationen - Forschung und Anwendung
Landwirtschaft: Vom Food-Providing zur Schlüsseldisziplin für Nachhaltigkeits-Transformation

Nachwachsende Rohstoffe

Die Agrarwissenschaften sind auf dem Weg zur Schlüsseldisziplin für ein breites, zum Teil industrielles Anwendungs-Spektrum. Dabei sind auch Residualstoffe und bisher wenig beachtete Crop-Komponenten interessant. Aus ihnen lassen sich Bio-Kleber, Bio-Plastik, -Bodenbeläge, -Baustoffe usw. gewinnen, ohne dass auf zivilisatorischen Komfort verzichtet werden muss. Die moderne Landwirtschaft besitzt ein hohes Potenzial, um auf der Suche nach dringend benötigten, neuartigen Werkstoffen eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Das Ziel besteht darin, die Vielzahl erdölbasierter und potenziell oder faktisch giftiger Produkte schnellstmöglich zu substituieren und ressourcenvernichtende Verfahren und Kreisläufe durch ressourcenschonende zu ersetzen.

Afrika. Wo auch sonst?

Um diesem Ziel näher zu kommen, sind Forschung und Anwendung erforderlich. Landwirtschaftliche Innovation darf im Innovations-Kanon mit Material- und Umweltwissenschaften nicht fehlen: Als im subsaharischen Afrika neben Logistik, Handel, Minen-Produkten stärkster Wirtschaftszweig besitzt die Landwirtschaft hohes Gewicht. Wer die Landwirtschaft nicht mitbetrachtet, wird auch bei Biodiversität und Klima wenig erreichen können.

Deutsch-Beninische Kooperation

Auch im agrarwissenschaftlichen Kontext bespielt SOWUTU zusätzlich zur innerafrikanischen Vernetzung bevorzugt die deutsch-beninische, beninisch-deutsche Achse. Unter den europäischen Einrichtungen besitzen Institute und Universitäten aus Deutschland Kooperations-Prioriät. Im agrar-technologischen Bereich zum Beispiel unterhält SOWUTU eine Kooperation mit AGROSAX, dem sächsischen Kompetenzzentrum für Agrar-Innovation.Agrosax agrartechnisches Kompetenznetzwerk Sachsen ist Partner von SOWUTU Zentrum für Innovationen der Umwelt-, Materia- und Agrarwissenschaften

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